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28.06.2017

TTVR bekommt einen neuen Präsidenten

Fuchs kandidiert nicht mehr – Verbandstag wählt neu

Gipfeltreffen im Tischtennis-Verband Rheinland (TTVR):

Am Freitag, 30. Juni, lädt das Präsidium des TTVR um 18 Uhr die Vereine in die Kurfürsten-Halle nach Mülheim-Kärlich zum Verbandstag 2017 ein. Dort gibt es einiges zu besprechen, denn neben Neuwahlen stehen weitere spannende Themen an, allen voran die geplante Fusion mit dem Tischtennisverband Rheinhessen. Im Vorfeld nahm TTVR-Präsident Heinz-Alfred Fuchs (Kasbach-Ohlenberg) im Gespräch mit unserer Zeitung Stellung zu den Schwerpunkten des Verbandstages, der zugleich sein letzter im Amt ist.

 

Herr Fuchs, was erwartet die Vereinsvertreter beim diesjährigen Verbandstag?
Unsere Satzung gibt vor, dass die Vereine des TTVR alle drei Jahre zum Verbandstag eingeladen werden.
Dort erhalten sie einen umfassenden Rückblick auf die Arbeit der Verbandsgremien und die Entwicklungen im TTVR. Die Vorbereitungen für den diesjährigen Verbandstag waren sehr intensiv, sind aber gut gelaufen.

 

Es stehen unter anderem Neuwahlen an? Bleibt der Präsident an Bord?
Nein, ich bleibe nicht an Bord. Ich habe vor rund zweieinhalb kurzfristig das Präsidentenamt wieder übernommen, als sich der TTVR in einer schwierigen Phase befand. Ich hätte damals selbst nicht geglaubt, dass meine Amtszeit solange dauern würde. Mein Wunsch ist es jedoch, mich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen, daher werde ich nicht mehr für das Präsidentenamt kandidieren.

 

Steht denn ein Nachfolger parat?
Ja, wir haben nach intensiven Gesprächen und Diskussionen jemanden gefunden, der sich bereit erklärt hat, für das höchste Verbandsamt zu kandidieren. Der Trierer Felix Heinemann, der in der 2. Rheinlandliga beim SV Trier-Olewig aktiv ist, hat bereits als Vorsitzender der Region Trier/Wittlich umfassende Erfahrungen gesammelt und wird sich auf dem Verbandstag zur Wahl stellen.
Dabei hat er die volle Unterstützung des Hauptausschusses und des Präsidiums. Allerdings muss der Verbandstag als Souverän ihn erst noch wählen. Ich weiß jedoch nur sehr gut darum, wie schwer es ist, jemanden zu finden, der sich dieses arbeitsintensive Amt zutraut. Deshalb sind wir sehr froh, das Felix Heinemann das nun machen will.

 

Stehen Sie selbst in keiner Weise mehr zur Verfügung?
Im operativen Bereich ganz sicher nicht. Im Ehrenrat werde ich weiter mitwirken und mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es Fragen und Hilfestellungen bedarf.

 

Der TTVR hat in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Themen angestoßen, um die Vereine und ihre Mitglieder zu unterstützen und zu mobilisieren sowie sich selbst besser aufzustellen. Geben Sie uns bitte einen kleinen Überblick zu folgenden Stichpunkten: Wie steht es um die Geschäftsstelle?
Wir haben in den vergangenen zwei Jahren einige Bereiche neu geordnet und die Geschäftsstelle neu strukturiert, damit sie die sportlichen und vereinspolitischen Themen bearbeiten und bewältigen kann. Dabei hat es eine sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Präsidium und dem Hauptausschuss gegeben.

 

Was ist für die Vereine zu tun?
Es hat eine Vereinsbefragung gegeben, die noch nicht abgeschlossen ist. Die Schwerpunkte dabei liegen auf der Nachwuchsarbeit in den Vereinen und der Förderung des Ehrenamts.

 

Der Rheinland-Cup – Eine Erfolgsgeschichte?
Ja, ganz sicher. Der Rheinlandcup läuft im dritten Jahr, jährlich gibt es mehr als 100 Veranstaltungen. Das wird sehr gut angenommen. Die Form der Turniere begeistert die Tischtennisspieler. Wir überlegen, ob wir diese Turnierform auch auf den Jugendbereich ausdehnen können.

 

Mädchensport – Ein Herzensangelegenheit des Präsidenten?
Ja, das ist es. Im Verband sind keine Mädchenmannschaften aktiv unterwegs, daher liegt ein deutlicher Schwerpunkt auf der Förderung des Mädchensports. Das Präsidium hat alle Interessierten zusammengeholt, um Ideen zu entwickeln. Das reicht allerdings noch nicht. Hier muss in Zukunft noch stärker weitergearbeitet werden.

 

Ehrenamt – Es wird nicht einfacher.
Was tut der Verband, um seine Tischtennis-Spieler zur Mitarbeit zu bewegen?
Hier geht es um die Wertigkeit des Ehrenamts, das unverzichtbar für unseren Sport ist. Die Gesellschaft hat sich verändert, auch die Familiensituation will mit einbezogen werden. Es wird immer schwieriger, ehrenamtliche Mitarbeiter zu finden. Dabei ist es besonders wichtig, willige Mitarbeiter nicht zu überfahren und zu überfordern, sodass sie nicht direkt schon nach kurzer Zeit ausgebrannt sind.

 

Wohin geht die Entwicklung des Ehrenamts?
Es gilt, die Tätigkeiten in Zukunft zu professionalisieren. An den Schaltstellen läuft das auf hauptamtliche Mitarbeiter hinaus. Das kostet allerdings Geld. Am Beispiel der Geschäftsstelle ist zu sehen, dass selbst eine zusätzliche 450-Euro-Kraft nicht ausreicht, da die Geschäftsstelle hoffnungslos überlastet ist. Meine Vision ist, dass der TTVR eines Tages einen Sportdirektor einstellt.

 

Befindet sich die Nachwuchsarbeit im TTVR auf einem guten Kurs?
Dort sind wir auf einem sehr guten Weg und haben uns dank der hervorragenden Arbeit unseres Verbandstrainers
Carsten Schmidt deutschlandweit wieder einen Namen gemacht. Zahlreiche Schüler sind in die Spitzenklasse vorgerückt, dort gibt es noch viel Entwicklungspotenzial.

 

Die beiden Verbände Rheinhessen und Rheinland kooperieren seit einiger Zeit. Wie wird das angenommen? Wie läuft die Zusammenarbeit?
Nach der Bildung der Arbeitsgemeinschaft beider Verbände wurden die Verbandswettkämpfe gemeinsam ausgetragen. Schon im dritten Jahr starten beim bundesweiten Deutschlandpokal im Nachwuchsbereich die beiden Verbände mit einer gemeinsamen Mannschaft. Hinzu kommen gemeinsame Leistungslehrgänge sowie Schiedsrichter- und Trainerausbildungen. Die Zusammenarbeit mit dem rheinhessischen Verband läuft aus meiner Sicht reibungslos und sehr konstruktiv. Wo es noch hakt, ist beim Mannschaftsspielbetrieb sowie bei der Anpassung der Gebühren.

 

Ursprünglich war mal eine Fusion für 2017 angedacht. Wie ist da der aktuelle Stand der Dinge?
Das braucht noch Zeit, die Planungen sind noch nicht abgeschlossen, zudem müssen noch mehrere Gremien befragt werden. Wir sind noch nicht in der Lage, das jetzt durchzuziehen. Beide Verbände müssen erst noch ihre Hausaufgaben machen, bevor eine Fusion eingetütet werden kann.
Die Tendenz ist jedoch eindeutig, dass es nur diesen gemeinsamen Weg gibt. Wenn alles gut läuft, könnte der Verbandstag 2020 über die Fusion von RTTV und TTVR entscheiden.

 

Beide Verbände hätte auch gern die Pfalz im Boot – wie sieht es dahin gehend aus?
Die Sportkameraden aus der Pfalz machen leider nicht mit.

 

Welche ganz persönlichen Hoffnungen beziehungsweise Erwartungen haben Sie an ihren letzten Verbandstag als Präsident? Was können Sie den Vereinen mit auf den Weg geben?
Ich habe gelernt, dass sich die Gesellschaft verändert hat. Ich wünsche mir, dass die Vereine stärker mit dem Verband kooperieren, denn die Vereine sind unser Herzstück. Wenn dort alle Kräfte gebündelt werden können, mache ich mir um die Zukunft des Tischtennissports im Rheinland keine Sorgen.
Wünschenswert wäre, die leidige Beitragsdiskussion zu beenden, denn unseren Sport gibt es nicht zum Nulltarif. Vor allem die Vereine müssen finanziell besser ausgestattet werden. Für dieses sehr gute Angebot der Vereine sollte es jedem Mitglied Wert sein, mindestens den gesetzlichen festgelegten Mindestlohn als Monatsbeitrag zu zahlen. Am Herzen liegt mir die Jugendarbeit in den Vereinen, denn die Jugendlichen sind die Frauen und Männer von morgen und damit auch die Ehrenamtler von morgen.

 

Das Gespräch führte Rainer Stauber


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