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20.12.2016

R.TTV.R-Meisterschaft der Jugend und Schüler

Viele Favoritensiege und einige Überraschungen

Die beiden nördlichen Verbände in Rheinland-Pfalz wachsen langsam zusammen. Erstmals trugen der TTVR und der RTTV eine gemeinsame Einzelmeisterschaft im Nachwuchsbereich aus. Nach der Endrangliste war das der zweite Wettbewerb, in dem Rheinländer und Rheinhessen keine getrennten Titelträger ermittelt haben. In Ingelheim zeigte sich, dass es keinerlei Berührungsängste zwischen den Vertretern der Verbände gibt. Dass die Organisation reibungslos klappte, war schon fast eine Selbstverständlichkeit. „Die Qualität der Veranstaltung hat deutlich zugenommen“, zog Anja Becker, die TTVR-Vizepräsidentin Jugend, ein positives Fazit. „Das Niveau war höher, als wenn die Verbände getrennte Meisterschaften durchgeführt hätten.“

Überwiegend siegten die Favoriten, doch es gab auch einige Überraschungen. Dass das Rheinland als größerer Part des neuen Duos den meisten Wettbewerben seinen Stempel aufdrückte, hatte man auch erwarten können.

Bei den Jungen allerdings war nicht unbedingt davon auszugehen, dass zwei Rheinländer im Finale aufeinandertreffen würden. „Nicolas Flügel war der topgesetzte Spieler“, sagte Anja Becker. „Er hat überraschend das Viertelfinale gegen David Böhm verloren.“ Nach dem Leiselheimer Flügel bezwang Böhm, der für den TV Nassau in der Oberliga spielt, in Max Bury (FSV Mainz 05) im Halbfinale einen weiteren Rheinhessen. Für Bury war es allerdings ein Erfolg, dass er es bis in die Vorschlussrunde geschafft hatte. Auch Böhm lieferte er einen harten Kampf und verlor nur knapp. Böhm unterlag im Endspiel Mattes Häusler vom TTC Wirges. Mit dessen Finalteilnahme hatten die Experten gerechnet.

In einem vereinsinternen Duell setzte sich im Mädchen-Finale Johanna Pfefferkorn vom TTC Mülheim-Urmitz/Bahnhof gegen Katrin Drysch durch. Der Verlauf der Konkurrenz spiegelte in etwa auch die Ergebnisse des Ranglistenturniers wieder. Allerdings musste Pfefferkorn im Viertelfinale hart kämpfen, ehe sie Meng Li (TTG Bingen/Münster-Sarmsheim), die beste A-Schülerin bezwang. „Es wurde modernes Mädchen-Tischtennis gespielt“, lobte Anja Becker das Niveau des Wettbewerbs.

Bei den A-Schülern dominierte das Rheinland. In den Vordergrund spielte sich in Tobias Sältzer von der TTG Mündersbach/Höchstenbach ein B-Schüler. „Tobias befindet sich im erweiterten Blickfeld des DTTB“, erläuterte die TTVR-Vizepräsidentin. „Aber die Deutlichkeit, mit der er ins Endspiel vorgedrungen ist, war überraschend.“ Erst Paul Richter vom TuS Weitefeld-Langenbach konnte Sältzers Siegeszug stoppen. Richter selbst hätte das Finale um ein Haar verpasst. In der Vorschlussrunde lag er gegen Justin Seckler vom VfR Simmern mit 0:2 Sätzen zurück. „Justin hat bärenstark gegen Paul Richter gespielt“, sagte Anja Becker. „Er hatte die Überraschung auf dem Schläger, auch wenn er sich in den Runden zuvor schwer getan hatte.“

Umgekehrt waren die Kräfteverhältnisse bei den A-Schülerinnen. „Diese Konkurrenz geht ganz klar an Rheinhessen“, sagte Becker. „Das Rheinland hat da ein großes Loch, Rheinhessen ist ganz stark. Das hatte sich aber schon im Ranglistenturnier abgezeichnet.“ Im Viertelfinale kam es in allen Partien zu einem Vergleich der Verbände. Dreimal siegten die rheinhessischen Spielerinnen. Im Endspiel setzte sich dann Meng Li von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim gegen Julia Meng vom RSV Klein-Winternheim durch. „Bei Meng Li können wir uns auf die nächsten Jahre freuen“, sagte die Vizepräsidentin. „Sie kann auch in der nächsten Saison noch bei den A-Schülerinnen spielen.“

Tobias Sältzer gewann erwartungsgemäß den B-Schüler-Wettbewerb. „Im Halbfinale musste er zwischenzeitlich gegen seinen Angstgegner Filip Flemming kämpfen“, sagte Becker. „Im Endspiel hat er dann gegen Etienne Gawlick, seinen anderen Angstgegner, in vier Sätzen gewonnen.“ Bis in die Vorschlussrunde hatte sich etwas unerwartet auch Nico Löhlein vom FSV Mainz 05 vorgekämpft. Er profitierte dabei auch von einer guten Auslosung.

Die Turnierüberraschung überhaupt war der Halbfinalsieg von Ilsa Krebs (TTC Mülheim-Urmitz/Bahnhof) über Alina Gehlbach (TTF Oberwesterwald) bei den B-Schülerinnen, auch wenn er mit 11:9 im fünften Satz denkbar knapp ausfiel. Gehlbach ist bereits für die deutsche Schülermeisterschaft qualifiziert, Krebs ist noch C-Schülerin und nimmt erst seit einem halben Jahr am Spielbetrieb teil. „Für diesen Altersbereich war das eine richtig tolle, technisch hochklassige Leistung“, schwärmte Anja Becker. „Ilsa trainiert sehr gut, emsig und fleißig.“ Im Endspiel allerdings unterlag Krebs relativ deutlich mit 0:3 gegen Celine Wagener vom VfL Kirchen. „Celine hat verdient gewonnen“, urteilte die Vizepräsidentin. „Neben Alina Gehlbach ist sie die beste B-Schülerin.“ Bis in die Vorschlussrunde stieß in Liska Märtens vom TSV Gau-Odernheim auch eine Rheinhessin vor. „Ihr tut die Zusammenlegung der Meisterschaften gut“, sagte Becker. „So hat sie deutlich mehr Konkurrenz.“

Drei der vier Halbfinalisten bei den C-Schülern hatten schon beim Ranglistenwettbewerb die Nase vorn gehabt. Der Endspielsieg von Torben Seibert (TTC Mülheim-Urmitz/Bahnhof) über Moritz Ulrich (TTC Karla) entsprach somit auch in etwa den Erwartungen. In Jordi Heinze von der SG TT Laubenheim sitzt ihnen aber ein Spieler im Nacken, der noch ein Jahr jünger ist. Mit Matteo Hubert vom SV Wolsfeld als viertem Spieler in der Vorschlussrunde, war nicht unbedingt zu rechnen gewesen.

Der Sieg von Ilsa Krebs bei den C-Schülerinnen war keine Überraschung, da sie auch in der Rangliste auf Rang eins steht. Dass die ein Jahr jüngere Kaylee Mesenholl (TTC Ockenfels) bis ins Endspiel vordringen würde, war keinesfalls ausgemachte Sache gewesen. „Im Bereich der C-Schüler und -Schülerinnen gibt es neue Rohdiamanten, bei denen es sich lohnt, sie zu veredeln“, sagte Anja Becker. Die TTRV-Vizepräsidentin lobte das Teamwork mit ihren rheinhessischen Kollegen: „Im Jugendbereich arbeiten wir so gut zusammen, dass es richtig Spaß macht.“

Gert Adolphi


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