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07.04.2016

Kooperation TTVR/RTTV: Neue Serie „Fragt Anja!"

Sie steht vorbildlich für die Zusammenarbeit der beiden Tischtennisverbände Rheinhessen und Rheinland: die TTVR-Vizepräsidentin Jugend Anja Becker. Aus langjähriger Erfahrung hat die engagierte Ehrenamtlerin exzellente Kontakte zum Nachbarverband.

Die Vereine des TTVR haben in den vergangenen Tagen ausführliches Informationsmaterial zur künftigen Zusammenarbeit der Verbände Rheinhessen und Rheinland bekommen - In einer kleinen, zeitlosen Serie „Fragt Anja" beleuchtet die TTVR-Vizepräsidentin Anja Becker das Großprojekt R.TTV.R

Es war einmal eine Rheinland-Pfalz-Liga. Die Älteren unter uns werden sich daran bestimmt noch erinnern, dass es eine Zeit gab, in der die Tischtennisverbände Rheinland, Rheinhessen und Pfalz gemeinsame Wege gingen. Auch wenn dieses Konstrukt damals nicht allzu lange Bestand haben sollte. 

In Zeiten, in denen die Anforderungen an Vereine, Ehrenamtliche und Verbände immer größer werden und die Kräfte aller immer öfter an ihre Grenzen stoßen, ist der Blick über den Tellerrand hinaus wichtiger denn je. So haben der RTTV und der TTVR im Jahr 2014 Gespräche begonnen, wie künftig zusammengearbeitet werden kann, um beide Verbände mit ihren Vereinen in eine gute Zukunft zu führen. Einige gemeinsam Ansätze gab es bereits, jetzt werden ab der neuen Saison weitere Wege der Kooperation beschritten. Als alternativlos hat TTVR-Präsident Heinz-Alfred Fuchs die Intensivierung der Zusammenarbeit jüngst bezeichnet (siehe auch: www.ttvr.de/news/data/2016/03/09/der-verband-ist-fuer-die-vereine-da/). 

Die Vereine im TTVR haben dieser Tage Post bekommen mit einem umfangreichen Informationspaket zu den Neuerungen, die eine fruchtbare Kooperation mit sich bringen wird. Viel Material, das es aufzunehmen, zu verarbeiten und zu verstehen gilt (die Pdf dazu sind diesem Text angehängt!).  In einer kleinen, lockeren Serie unter dem Titel „Fragt Anja!“ erklärt die TTVR-Vizepräsidentin Jugend Anja Becker aus Rheinböllen, was es mit den einzelnen Neuerungen so auf sich hat.

FRAGT ANJA!

Was ist eigentlich genau dieser R.TTV.R? Das sieht ja auf den ersten Blick wie ein Tippfehler aus. Und heißt es denn nun Rheinhessischer Tischtennisverband Rheinland oder Rheinländischer Tischtennisverband Rheinhessen?

Anja Becker: Weder noch! Es ist einfach nur die Kombination aus den Abkürzungen der beiden Verbände TTVR und RTTV. Beide sollen sich in der Bezeichnung in gleichem Maße wiederfinden. Und RLP können wir das ja nicht nennen, da die Pfalz bislang nicht mitmacht. 

In welchen Bereichen wird denn da zusammengearbeitet?

Da ist zum einen die Kooperation in der Aus- und Fortbildung. Im vergangenen Jahr gab es mit dem Vereinsservicetag in Oberwesel die erste große gemeinsame Veranstaltung. In diesem Jahr steht der Trainerkongress bevor (siehe auch: www.ttvr.de/news/data/2016/04/03/trainerkongress-2016/). Seit der Saison 2015/16 kooperieren wir auch im Jugendbereich und stellen gemeinsame Teams auf Deutschlandebene. Ab der neuen Saison werden wir dann auch alle Verbandsveranstaltungen - also Verbandsmeisterschaften und Verbandsranglisten - gemeinsam durchführen.

Wie heißt das denn nun: Region oder Kreis? Oder beides?

Beide bleibt bestehen. Der RTTV ist in Kreise aufgeteilt, der TTVR in Regionen. Wie das künftig einheitlich zu benennen ist, darüber müssen sich der Hauptausschuss und die Regions- beziehungsweise Kreisvorsitzenden erst noch Gedanken machen. Fernziel sollte aber eine einheitliche Struktur sein.

Wie viele Kreise, Pardon Regionen gibt es demnach künftig?

Insgesamt 12, vier Kreise in Rheinhessen und acht Regionen im TTVR.

Was bedeuten die neuen Bezirke? Müssen die künftig auch eigens geleitet und verwaltet werden?

Nein, die Bezirke sind keine eigene Struktureinheit. Jeweils drei Regionen beziehungsweise Kreise werden geografisch zusammengefasst. Die Aufteilung dient nur dazu, um die Quoten für die Verbandsranglisten und -meisterschaften zu vergeben und die jeweils besten Spieler aus diesen Bezirken auf die Verbandsebene zu führen. Die Bezirke dienen einzig dem Spielbetrieb, sonst ist da gar nichts.

Das klingt auf den ersten Blick nach weiteren Fahrtstrecken. Schreckt das die Vereine nicht ab?

Nein, denn es ist anders. Ein Beispiel: Bisher hatten wir bei Ranglisten bereits ab der zweiten Qualifikationsstufe Fahrtstrecken von Kirchen nach Trier oder Idar-Oberstein nach Bad Neuenahr. Jetzt sind die Wege deutlich kürzer, was den einzelnen Veranstaltungen hoffentlich auch wieder mehr Aktive bescheren wird.

Beim Deutschlandpokal starten am Wochenende gemeinsame Teams mit Schülern und Jugendlichen aus Rheinhessen und dem Rheinland. Steigen dadurch die Chancen?

Ja, die Teams sind insgesamt stärker und vor allem auch an den Positionen drei und vier besser besetzt. Nur die besten Nachwuchsspieler werden nominiert. Dadurch sind natürlich auch die Chancen größer. 

Dadurch steigt aber auch der Konkurrenzkampf…

Das ist normal. Alle müssen eine Schippe drauflegen, wenn sie dabei sein wollen. Perspektivisch wird das die Qualität unseres Nachwuchses deutlich erhöhen.

Wie läuft es denn so mit den Rheinhessen bisher? Sind das angenehme Zeitgenossen?

Absolut, da gibt es keinerlei Probleme. Das sind genauso Sportsleute wie wir, die sich ihrer Herzenssache Tischtennis annehmen und denen daran gelegen ist, das es voran geht. Da gibt es auch keine Berührungsängste. Im Gegenteil: Die Zusammenarbeit funktioniert richtig toll, was mich für die Zukunft sehr froh stimmt.

R.TTV.R - das klingt auch nach viel mehr Aufwand. Ist dem so?

Am Anfang stimmt das schon, denn es muss ja erst einmal alles auf den Weg gebracht werden. Nach und nach wird es uns aber alle entlasten. Ein Beispiel: Im Vorjahr habe ich mit Volker Kötz das Top20- und Top40-Turnier in der Turnierleitung alleine stemmen müssen. Künftig verteilt sich das eher, sodass ich mich auch mal bei einer Veranstaltung ganz herausnehmen kann. Wenn alle mitmachen, werden sich deutliche Verbesserungen und auch Entlastungen der ehrenamtlichen Mitarbeiter einstellen.

Warum ist der R.TTV.R ein gutes Modell für die Zukunft?

Ganz einfach: Nur gemeinsam sind wir stark. Mein großes Vorbild ist der Landesverband Baden-Württemberg. Dort haben drei Tischtennisverbände in den Jahren 2008/09 fusioniert. Seitdem geht es dort deutlich bergauf - und das in jeder Hinsicht. Sportlich ist der Verband im Nachwuchsbereich äußerst erfolgreich und deutschlandweit eine Macht. Und auch aus ehrenamtlicher Sicht läuft es dort sehr vorbildlich. Auch bei uns kann es nur gemeinsam vorangehen.

Die Zusammenarbeit ist also der richtige Weg für beide Verbände?

Das ist meine absolute Überzeugung, zu der es in meinen Augen auch keine Alternative gibt. Wir müssen alle Kräfte bündeln und Synergien erzeugen, sonst verlieren wir uns im Verwalten und in Kleinkram. Und dann könnten keine positiven Entwicklungen mehr anstoßen. Die Kooperation ist der absolute richtige Weg.

Fehlt nur noch die Pfalz. Wie sieht es da derzeit aus?

Wir führen weiterhin Gespräche mit den Pfälzern und hoffen perspektivisch natürlich, dass wir sie auch wieder mit ins Boot bekommen. Man kann schon sagen, dass es mein Traum ist, eines Tages einen rheinland-pfälzischen Tischtennisverband als schlagkräftige und zukunftsfähige Einheit an den Tisch zu bringen. Das muss zumindest ein Fernziel sein.

Das Gespräch führte Rainer Stauber



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