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22.03.2016

Nächste Ausfahrt Bamberg!

Es gibt Freunde, die nennen sie „Schupfi": Mülheims Defensivass Annika Feltens hatte bei ihrer ersten DM in Bielefeld jedenfalls großen Spaß. Foto: Martin Koreis

Annika Feltens' Auftritt bei den 84. nationalen Meisterschaften in Bielefeld wurde nach ihrem überraschenden Gruppensieg plötzlich auch von der großen Konkurrenz wahrgenommen - Ein kleines Interview mit dem 22-jährigen Defensivass des Regionalligisten TTC Mülheim/Urmitz-Bahnhof über Lampenfieber, das Erlebnis DM und einen Traum

Annika, nach drei fulminanten Gruppensiegen gab es in der ersten Hauptrunde gegen Bundesligaspielerin Alena Lemmer nicht viel zu holen. Enttäuscht dürftest Du dennoch nicht sein, oder?

Nein, das bin ich auf gar keinen Fall. Alena hat sehr sicher gegen mich gespielt. Ich selbst habe einfach zu viele Fehler gemacht und war auch nicht so in Topform wie noch in der Qualifikation. Sonst wäre vielleicht der ein oder andere Satzgewinn drin gewesen. Ich bin aber nicht enttäuscht darüber, dass es am Ende 0:4 ausgegangen ist.

Hattest Du schon einmal gegen sie gespielt?

Ja, aber das ist schon rund sieben Jahre her. Da war sie noch sehr klein. Wie es damals ausgegangen ist, weiß ich nicht mehr.

Im Doppel-Achtelfinale ging es gegen Kristin Silbereisen. War es etwas Besonderes, gegen eine Spielerin anzutreten, die selbst im TTVR ihre Wurzeln hat und die so erfolgreich ist bei Welt- und Europameisterschaften? Auf Verbandsebene bist Du schließlich ihre Nachfolgerin.

Auf jeden Fall. Wir wussten, dass wir keine Chance haben werden. So kam es dann ja auch. Aber es war ein Erlebnis, gegen Kristin und Sabine Winter spielen zu dürfen. Auch wenn es wenig Punkte für uns zu holen gab. Beide sind ja gerade erst Fünfte bei der WM geworden.

Es war Deine erste deutsche Meisterschaft im Damenbereich. Lampenfieber gehabt? 

Ganz ehrlich? Überhaupt nicht! Ich nehme den Sport auch nicht mehr ganz so ernst wie früher. Als Schülerin war es ja eher so, dass man nervös war und sich großen Druck gemacht hat. Das ist heute nicht mehr so. Ich bin da viel lockerer geworden.

Dein Vater „Johnny“ aber nicht…

(lacht) Der ist halt immer so und fiebert immer mit. Das ist aber auch sehr schön.

 

Dein Freund Jens Koch ist auch Dein Coach. Coacht Du ihn auch bei seinen Spielen?

 

(schweigt einen Moment) Das versuche ich zumindest... Aber meistens will er nichts hören.

Wie hat Dir das Erlebnis vor dem großen Publikum in Bielefeld insgesamt gefallen?

Es hat unheimlich viel Spaß gemacht. Die Halle war sehr schön, und wann spiele ich schon mal auf rotem Boden und blauen Tischen? Und schon gar nicht vor so vielen Zuschauern. Das war einfach toll.

Die deutschen Meisterschaften 2017 wurden nach Bamberg vergeben. Das ist eine sehr schöne Stadt…

Ja, das habe ich auch gehört. Ich hoffe, dass ich es dann wieder schaffe, mich dafür zu qualifizieren. Bielefeld soll nicht meine letzte DM gewesen sein. Ich will unbedingt noch einmal mitspielen. Das wäre ein Traum.

Das Gespräch führte Rainer Stauber


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