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19.03.2016

Annika Feltens trumpft bei DM-Debüt groß auf

Defensivstrategin des TTC Mülheim/Urmitz-Bahnhof steht unter den besten 32 deutschen Damen

Was für ein Wahnsinnstag für Annika Feltens, was für ein Traumdebüt bei den 84. Deutschen Meisterschaften in Bielefeld: Die Abwehrspielerin des Regionalligisten TTC Mülheim/Urmitz-Bahnhof hat völlig überraschend die Qualifikationsgruppe für das Damen-Hauptfeld als Erste abgeschlossen und dabei drei fulminante Siege erzielt. Und das bei ihrer ersten nationalen Meisterschaft. „Vor dem Turnier dachte ich, dass ich vielleicht ein Spiel gewinne, und wollte einfach nur ganz Spaß haben“, ging die 22-Jährige ihr DM-Debüt locker an. Zumal Feltens gegen keine ihrer drei Gruppengegnerinnen bislang gespielt hatte. 

Letzteres sollte ein Vorteil werden, denn sowohl Vivien Scholz (Schleswig-Holstein), Lili Eise (Baden-Württemberg) als auch Anna Heeg (Hessen) hatten erhebliche Probleme mit dem gewieften Defensivspiel der besten TTVR-Frau. Der 3:0-Auftaktsieg gegen die Gruppenfavoritin Scholz (Feltens: „Ich habe konzentriert und sehr sicher gespielt“) sollte die Initialzündung für den Sturm ins Hauptfeld sein. Vorbei war es dann mit der Lockerheit, was vor allem auch für Vater Michael „Johnny“ Feltens auf der Tribüne galt. Denn plötzlich ging da ja was. „Ich habe gedacht, dass Annika hier vielleicht einen Satz gewinnt. Dass es so gut läuft, ist Wahnsinn“, freute sich der Vater, während Annika Feltens’ Freund und Coach Jens Koch auf die nächsten beiden Spiele blickt: „Das könnte nun machbar sein. Ein Sieg reicht ja.“ Es wurden zwei weitere Siege. Gegen Lili Eise machte Annika Feltens einen 0:2-Satzrückstand wett - Papa Feltens zappelte angespannt auf der Tribüne hin und her und war dem Herzkasper nah -, dann folgte der 3:1-Sieg im letzten Gruppenspiel. 

Am Mittag spielt Annika Feltens nun in der Runde der besten 32 gegen Alena Lemmer vom Bundesligisten TuSEM Essen. An Position vier des Teams aus dem Ruhrgebiet erzielte Lemmer bislang eine 9:9-Bilanz in Liga eins, sodass die Messlatte für Feltens ungemein hoch liegt. Doch es ist nur noch ein einziges Schaulaufen. Denn den größten Erfolg ihrer jungen Karriere hat die 22-Jährige mit dem Einzug in die Hauptrunde bereits geschafft. „Ich will nochmals mein bestes Tischtennis spielen und schauen was drin ist“, kündigte Annika Feltens stolz an. „Johnny“ Feltens wird dies von daheim via Liveticker verfolgen müssen. Er hat am Abend mit seinem TTC Mülheim/Urmitz-Bahnhof selbst ein Mannschaftsspiel. Zu diesem Duell um den Klassenverbleib gegen die TTG Oberwesterwald wird auch Jens Koch am Nachmittag noch nachreisen. Erst wird er Annika Feltens nochmals in einer großen DM-Partie coachen. Rainer Stauber

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