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07.01.2016

Internationales Flair beim 6. Grenzauer Senioren-Cup

In der Ü65-Konkurrenz krönte Bernd Schuler seine überragende Leistung mit dem Titelgewinn (von links): Frank Knopf (2. TTC-Vorsitzender), Bernd Schuler, Gerd Werner Wolfgang Gericke, Göran Skogsberg und Daniel Pätzold vom Turniermitveranstalter Joola.

Ob Grenzau, Kirn, Kirchen oder Mülheim: Zwischen den Jahren und zum Jahreswechsel herrschte Tischtennis-Hochbetrieb. Höchstes Niveau in allen Altersklassen und ein großes Familienfest gab es beim Grenzauer Senioren-Cup, der den Auftakt der Turnier-Nachbetrachtungen macht.

Wenn Tischtennis-Senioren aus aller Herren Länder zusammenkommen, um ihre Kräfte zu messen, sind zweierlei Szenarien ein steter Begleiter: Zum einen wird an den Tischen um jeden Ball gekämpft - ebenso heißblütig wie mit großer Leidenschaft und riesigem Ehrgeiz. Zum anderen wird jedes Zusammentreffen als großes Familientreffen gefeiert. Denn zu erzählen haben die Recken aus jahrzehntelanger Tischtennis-Erfahrung reichlich Anekdoten. Zwei Szenarien, die auch den 6. Grenzauer Senioren-Cup prägten. Neben Tischtennis-Sport vom Allerfeinsten quer durch alle Altersklassen wurden auch zahlreiche Freundschaften aufgefrischt.

 

An den Tischen waren diese Freundschaften zumindest für die Dauer des Kräftemessen allerdings vergessen. „Ich bin immer wieder überrascht, dass die Senioren mit viel Spaß zur Sache gehen, sondern auch unheimlich heiß sind und jedes Spiel unbedingt gewinnen wollen“, erklärte der 2. Vorsitzende des TTC Zugbrücke Grenzau, Frank Knopf. Gemeinsam mit dem TTC-Jugendwart Karl-Werner Burger sowie dem gesamten TTC-Vorstand hatte Knopf das 85 Teilnehmer starke Starterfeld im Griff, oder wie Burger es ausdrückte: „Alles lief reibungslos.“ Wobei Burger ergänzte, dass es „wichtig ist, dass auch die familiäre Atmosphäre abseits der Tische nicht zu kurz kommt. Und das funktioniert hier Jahr für Jahr immer richtig toll.“

 

Knopf wiederum freute sich über das Wiedersehen mit vielen altbekannten Gesichtern. „Es sind viele Stammgäste hier. Und es kommen auch Aktive aus Schweden, der Schweiz und Belgien zu uns. Viele haben sich bereits für das nächste Jahr wieder verabredet.“

Einer der Stammgäste ist Karl-Josef Assenmacher. Der ehemalige Fußball-Bundesliga-Schiedsrichter lebt seit viele Jahrzehnten seine Leidenschaft für den Tischtennissport. „Ich bin jedes Jahr in Grenzau. Hier kann ich Tischtennis spielen und gleichzeitig relaxen“, sagt der 68-Jährige, der nahezu das gesamte Jahr über von Turnier zu Turnier reist. „Das ist ideal, um in Bewegung zu bleiben und gleichzeitig etwas für die Gesundheit zu tun“, erklärt Assenmacher. 

 

In Grenzau findet Assenmacher zudem stets seinen Meister: „Das Niveau ist immens hoch. In vielen Altersklasse ist das Beste vom Besten am Start“. Was  für den 68-Jährigen konkret hieß, dass es im Einzel der Ü65-Konkurrenz nicht aufs Treppchen reichte. Dafür klappte es im Doppel: An der Seite des unverwüstlichen Rene Theillout (Kirchen) wurde es Platz zwei. Denselben Rang holte sich Theillout im Ü70-Einzel, wobei der für Netphen startende Westerwälder ebenfalls das Niveau heraushob. „Die Spielstärke hat sich ganz gewaltig erhöht. Es wird von Jahr zu Jahr besser“, erklärte der 70-Jährige. Und hat auch eine plausible Erklärung dafür parat: „Die haben ja alle Zeit, um intensiv zu trainieren.“

Wie intensiv es an den Tischen zuging, zeigte sich am Beispiel der Ü65-Konkurrenz. Dort besiegte der ebenfalls unverwüstliche Bernd Schuler (TV Cochem) den mehrfachen Deutschen Meister Gerd Werner. Zuvor hatte Schuler im Halbfinale den Vize-Europameister Göran Skogsberg ausgeschaltet, was den Schweden mächtig wurmte. „Ich hatte heute keine gute Performance und muss mich nach meiner Erkältung erst wieder herankämpfen“, sagt der für Essen startende Skogsberg. Der sich aber damit tröstete, dass es „hier in diesem kleinen Dorf richtig schön ist“. 

Zu den Stammgästen mit kurzem Anreiseweg zählt Heid Wunner. Die Doppel-Europameisterin und EM-Dritte im Einzel gewann souverän die Ü70-Konkurrenz und fügte damit einen weiteren Titel ihrer ohnehin schon fast unüberschaubaren Trophäensammlung hinzu. Die Tage in Grenzau fasst die 76-Jährige so zusammen: „Das ist hier immer wie ein kleiner Urlaub.“ Rainer Stauber

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