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02.02.2015

Tobias Sältzer im Auge des DTTB!

v.l.n.r. Celine Wagener, Etienne Gawlik, Filip Flemming, Tobias Sältzer Oben: Carsten Schmidt

Das TTVR Talent wird nominiert zur 2. Stufe!

Bei der dieses Jahr in Frankfurt stattfindenden DTTB Sichtung schickte der Tischtennis Verband Rheinland 4 Talente. Der ehemalige Bundestrainer und nun für die Talentsuche verantwortliche Ronald Raue besucht dafür in 4 Regionen Deutschlands einen Lehrgang und beobachtet dort die Kinder, die von den einzelnen Landesverbänden geschickt werden. In dieser Südwest Region befinden sich neben dem TTVR noch die Verbände aus Hessen, Saarland, Rheinhessen, Thüringen und der Pfalz. Auch ein Spieler aus Brandenburg war anwesend. Gesucht werden die besten der Jahrgänge 2004 und jünger.

In dieser sogenannten 1. Stufe geht es um die Bestandsaufnahme in den einzelnen Regionen und die Kinder können sich dann für eine 2. Stufe qualifizieren. Es wird bis zu einer 4. Stufe nach und nach ausgesiebt. Kriterien sind u.a. Technik, Taktik, Wettkampfverhalten, Sozialverhalten, grundlegende sportmotorische Fähigkeiten und vieles mehr. Ab der 2. Stufe finden die Lehrgänge zentral statt, d.h. alle gesichteten Talente aus den 4 Regionen trainieren ab dann zusammen. Wer es bis in die 4. Stufe schafft hat gute Aussichten zur Aufnahme in den D/C Minikader des Deutschen Tischtennis Bundes und hat somit beste Voraussetzungen für eine eventuelle Profikarriere.

Carsten Schmidt, Verbandstrainer des TTVR nahm mit Tobias Sältzer, Etienne Gawlik (beide 2005) und Filip Flemming (2004) gleich 3 Jungs mit. Den 4. Platz nahm Celine Wagener (2004) ein.

Der Lehrgang begann bereits am vorherigen Donnerstag im Bundesstützpunkt in Frankfurt mit einer Einheit am Abend. Freitag gab es dann 3 Trainingseinheiten, ein üblicher Rhythmus bei Lehrgängen im Leistungssport. Der Samstag wurde dann für alle Spieler zum Nervenspiel denn es wurde dann in einer Rangliste nach dem Prinzip jeder gegen jeden (12 Jungs und 6 Mädchen waren anwesend) Wettkampf gespielt. Abends veranstalteten die anwesenden Trainer der jeweiligen Landesverbände noch einen Spieleabend, ein guter Ausklang. Sonntag wurde dann morgens nochmal trainiert ehe der Lehrgang mit der Information endete, wer zur 2. Stufe eingeladen wird.

Tobias Sältzer zeigte an diesem Wochenende, welch großartiges Talent der TTVR in den eigenen Reihen besitzt. Er trainierte nicht nur sehr fleißig und versuchte stets die Korrekturen seines Trainers und der der anderen umzusetzen. Er spielte im Wettkampf auf einem anderen Level als alle anderen Mitstreiter und verlor in 10 Spielen lediglich 5 Sätze. Das knappste Spiel bestritt er gegen den eigenen Stallkollegen Filip Flemming, der ihm alles abverlangte. Selbst seinen ärgsten Konkurrenten Taylor Fox aus dem großen Verband Hessen, der ebenfalls im Jahrgang 2005 ist schlug er deutlich mit 3:0. Somit war klar, dass er zur 2. Stufe eingeladen wird. „Tobias gehört in seinem Alter zu den talentiertesten, das zeigt der Wettkampf. Auf ihn wartet jedoch noch viel Arbeit, besonders im technischen Bereich, denn die anderen Verbände werden nicht schlafen! Es werden ihm alle Türen geöffnet seitens des Verbandes, das ist sicher!“ zeigte sich Carsten Schmidt stolz und mahnend zugleich.

Etienne Gawlik, ebenfalls im jüngeren Jahrgang erwischte am 2. Tag eine Krankheit. Er biss auf Zähne und wollte dem ehemaligen Bundestrainer zeigen, was in ihm steckt. Leider gelang ihm nur ein Sieg, wurde aber deutlich unter Wert geschlagen. 13 Sätze und 4 verlorene Fünfsatzspiele sprachen eine andere Sprache als die Bilanz von 1-9 Spielen. Ronald Raue war sehr angetan von Etienne und machte ihm Mut für das nächste Jahr, wo er wieder an der Sichtungsmaßnahme teilnehmen darf. „Wenn wir das Trainingspensum wie geplant jetzt erhöhen und an seinen Defiziten konsequent arbeiten, dann wird er nächstes Jahr vorne dabei sein. Die Entwicklung in dem letzten halben Jahr ist enorm und zeigt, welch Potenzial Etienne hat!“ sagte Schmidt zu seinem Schützling.

Filip Flemming zeigte im Wettkampf zwischenzeitlich sehr gute Leistungen, musste aber auch gegen die meisten viel einstecken. Mit einer 3-7 Bilanz befand er sich im hinteren Drittel und hat durch seinen älteren Jahrgang deutliche Nachteile. Die 4 Tage taten ihm aber besonders gut, da er nicht das Trainingspensum fahren kann wie seine jüngeren Kollegen. „Es ist schade, dass Filip bei uns nicht sooft trainieren kann. Er saugt mit jedem Training viel auf. Wir versuchen dort Lösungen zu finden, denn Filip ist ein sehr lernwilliger Junge und bringt immer sehr gute Stimmung in unsere Trainingsgruppen!“ sagt Schmidt über den 10 jährigen.

Celine Wagener hatte es am schwersten. Es war ihr erster längerer Lehrgang außerhalb vom heimischen Umfeld. Da sie nicht wirklich in den Leistungssportstrukturen des Verbandes trainieren kann aufgrund ihrer Entfernung zum zentralen Stützpunkt in Koblenz merkte man ihr diesen Rückstand an. Sie hielt stellenweise gut mit, musste aber eingestehen, dass die täglich trainierenden Hessen und Thüringer einfach mehr Möglichkeiten haben.

Neben Tobias wurden 3 hessische Spieler für die 2. Stufe nominiert. Insgesamt wird dieser Lehrgang aus 32 Spielern und Spielerinnen bestehen und findet Anfang April in Heidelberg statt. Man darf gespannt sein, wie weit die Reise für ihn geht.

„Natürlich wünsche ich mir, dass er weit kommt und das, obwohl er noch ein Jahr jünger ist als die meisten anderen. Wir werden bis zum April verstärkt technisch und koordinativ arbeiten mit Tobias und erhoffen bis zur 2. Stufe eine erhebliche Verbesserung in diesen Bereichen. Es ist generell sehr erfreulich, dass es im Rheinland so junge Talente gibt. Die nächsten stehen auch schon in den Startlöchern.“ gibt Carsten Schmidt berechtigte Hoffnung für die Zukunft.


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