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26.10.2014

Tischtennisspieler des DBS fühlten sich in Nassau „pudelwohl“!

Deutsche Meisterschaften der Senioren

128 Menschen mit Behinderung waren am Start, 29 Meisterschaften wurden insgesamt ausgespielt. Die Deutschen Meisterschaften im Tischtennis des Deutschen Behindertensportverbandes waren organisatorische eine Herausforderung. Der TVB Nassau um Erwin Gabel hat diese Herausforderung am Freitag und Samstag hervorragend gemeistert und als Ausrichter geglänzt. Dafür gab es ein  großes Kompliment von Christian Koppelberg, Abt. Leiter TT im DBS: „Wir haben uns in Nassau pudelwohl gefühlt!“

Das „Pudelwohl-Gefühl“ bestätigten die Aktiven einhellig. „Sehr gut“ hat es Martina Börner an der Lahn gefallen. Fünf Stunden Anreise hat die Quedlinburgerin auf sich genommen, um in Nassau an die Tische zu gehen. Mit großem Erfolg. Bei den Frauen waren die Wettkampfklassen 6-10 zusammengefasst, daneben gab es noch eine sogenannte AB-Klasse für Spielerinnen mit Organschädigungen. Martina Börner holte sich in der WK 6-10 den zweiten Deutschen Meistertitel ihrer Laufbahn – und das exakt 20 Jahre nach dem ersten. Was lange währt… Martina Börner jedenfalls war richtig happy und freute sich auf die Abendveranstaltung in der Nassauer Stadthalle, um ihren Titel gebührend zu feiern.

Auch Axel Lösch feierte seinen Titel, und zwar direkt nachdem er den Matchball gegen seinen bayrischen Kontrahenten in der Wettkampfklasse 8 Altersklasse 3-4 der Männer verwandelt hatte. „Das war eine richtig enge Kiste. Wir haben uns schon oft gegenübergestanden, und ich habe auch schon einige Male verloren. Aber heute habe ich richtig gut gespielt.“ Axel Lösch, eigentlich aus Kaiserslautern, war mit fünf anderen Spielern und Betreuer aus der BSG St. Ingbert im Saarland nach Nassau gekommen. Die „Tischtennisreisegruppe“ war nicht nur wegen des Titels und der Medaillen bester Laune. Die Meisterschaften verbreiteten allgemein prima Stimmung und ein echtes Familienflair unter den behinderten Sportlern, allesamt Ü40.

Richtig guten Sport lieferten sie obendrein. In der WK7 beharkten sich Udo Webel und Jörg Markus im Endspiel über die volle Distanz von fünf Sätzen. Die  beiden Routiniers sind jeweils an den Armen stark behindert, Udo Webel Contergan geschädigt. Und trotzdem lieferten sie sich lange Ballwechsel, Schnittvariationen, Topspinduelle. Taktisch macht ihnen sowieso niemand etwas vor. „Ich bin Autodidakt“, sagt Udo Webel, der auch gegen Nichtbehinderte auf Bezirksliganiveau antritt. MitJörg Markus hatte er die Doppelkonkurrenz bereits gewonnen. Im Einzel lieferten sie sich einen packenden Kampf. Bei 9:10 im Entscheidungssatz wehrte Webel einen Matchball ab, um kurz darauf seinen ersten Matchball zu verwandeln. Der Niedersachse hatte vorsichtshalber noch gleich noch einen dreitägigen Kurzurlaub in Nassau gebucht und will jetzt seine Meisterschaft so lange feiern.

Die Titelkämpfe in Nassau waren nicht nur ausgezeichnet organisiert, sondern zeigten einmal mehr, dass Tischtennis der integrative und inkludierende Sport schlechthin für behinderte Menschen ist.


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