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05.07.2013

Mission Europa!

Team der Uni Koblenz-Landau

Dennis Müller, Marian Schug und Yannick Schneider erfolgreich bei den Hochschul-Europameisterschaften.   Ein (Erlebnis-) Bericht von Yannick Schneider

Mit großen Erwartungen und unfassbarer Vorfreude stiegen wir fünf (Björn Baum, Ann-Kathrin Herges, Dennis Müller, Marian Schug und Yannick Schneider)  am Montag den 17.06.2013 in den Flieger Richtung Istanbul, wo wir nicht nur stellvertretend für die Uni Koblenz-Landau sondern auch für Deutschland um die Krone im Europäischen Hochschulsport im Tischtennis kämpfen wollten.

Nicht nur wir, also die deutsche Delegation, reiste an diesem Tag an, sondern alle Nationen, die an den Titelkämpfen teilnahmen.

Die erste Nacht verbrachten wir in einem Hotel in Istanbul wo neben uns auch alle übrigen Nationen untergebracht waren. Wie es der Zufall wollte war der erste, den wir sahen kein geringerer als der russische Weltklassespieler Kirill Skachkov, der uns im Hotelflur entgegen stolzierte. Vor dieser Begegnung wusste noch keiner von uns, welches Niveau uns bei dieser Veranstaltung erwarten würde, doch nun hatten wir einen ersten Eindruck. Allerdings schreckte uns dies nicht ab, im Gegenteil, die Motivation und die Vorfreude sich mit solchen Spitzensportlern messen zu dürfen bekam noch mal einen Schub!

Nach sechs Stunden Busfahrt erreichten wir am Folgetag endlich Zonguldak, den Austragungsort der EM. Direkt am Schwarzen Meer gelegen übertraf Zonguldak bei weitem unsere Vorstellungen und wir waren uns einig: Hier kann man es aushalten! 

An den kommenden Tagen sollte hier für uns das Leben eines Tischtennisprofis warten. Ein Mix aus spannenden Wettkämpfen in der professionell hergerichteten Sporthalle und absolutem Traumurlaub im 5 Sterne Hotel mit Meerblick.

Nach einer kleinen aber feinen Eröffnungsfeier und anschließender kurzen Trainingseinheit ging der der zweite Tag in der Türkei zu Ende.

Am Mittwoch begannen dann endlich die Gruppenspiele. Mit Polen, Portugal und Norwegen hatten wir eine machbare Gruppe erwischt, wie sich in den nächsten Stunden noch zeigen sollte. Portugal und Norwegen schlugen wir souverän mit jeweils 3:0 womit wir bereits vor dem letzten Gruppenspiel für das Viertelfinale qualifiziert waren. Durch diesen Umstand nicht minder motiviert ging es gegen die sehr stark einzuschätzenden Polen. Diese wurden ihrer Favoritenrolle gerecht und fertigten uns mit 3:0 ab. Das bedeutete zwar, dass wir in der Runde der letzten acht auf einen Gruppensieger treffen würden aber das schmälerte unsere Freude über das erreichen unseres Minimalziels nicht. Die Auslosung bescherte uns die ausgeglichene Mannschaft aus Frankreich als Gegner, eine Mannschaft auf Augenhöhe.

Mit der Medaille vor Augen erwischten wir einen guten Start. Björn schlug die gegnerische Nummer 1 klar mit drei zu null. Unsere Führung glichen die Franzosen sofort wieder aus nachdem Yannick mit 0:3 das Nachsehen hatte. Es sollte nun das dramatischste und auch wichtigste Spiel im Turnier folgen. Marian lag schnell mit 0:2 hinten und die Hoffnungen auf eine Medaille schwanden dahin ehe er sich nochmal einen Ruck gab, taktisch klug agierte und den dritten Satz irgendwie für sich entschied. Von nun an spielte sich Marian in einen wahren Rausch, nutzte gnadenlos die Rückhandschwäche seines Gegners aus, und dominierte die gesamte Partie und spielte unfassbare Bälle die uns alle auf der Tribüne immer wieder von den Stühlen rissen! Nachdem Marian seinen zweiten Matchball im 5. Satz verwandelte gab es kein Halten mehr und Edelmetall war in greifbarer Nähe. Yannick verlor erwartungsgemäß gegen die gegnerische Nummer 1 ehe es Björn vorbehalten war den Sack zuzumachen und seinen Gegner mit einer konzentrierten Leistung 3:0 aus der Halle zu schiesen! Ein Traum wurde war. Bronze war sicher aber der Durst nach mehr noch nicht gestillt. Wir nahmen uns vor, noch nicht zufrieden zu sein und gegen Russland im Halbfinale das Wunder zu schaffen. Nach kurzer Mittagspause sah es dann auch kurzzeitig so aus als könnten wir die große Überraschung tatsächlich schaffen, denn Björn zeigte im ersten Einzel sein gesamtes Können und besiegte den Vorjahres Vizeeuropameister im Einzel mit 3:1. Deutschland 1, Russland 0! Leider waren die Kontrahenten aus Russland, die alle in ihrem Land Profis und lediglich an der Uni eingeschrieben sind, zu stark für Marian und Yannick wodurch die gesamte Partie letztendlich nach großem Kampf aber vollkommen verdient mit 3:1 für Russland ausging. Aber schon nach kurzer Zeit der Trauer über das verpasste Finale überwog die Freude über das Erreichte! Eine Medaille bei den Europameisterschaften…unfassbar!!! Letztendlich sicherte sich unser Gruppengegner Polen den Titel. Wir hatten also lediglich gegen die zwei besten Mannschaften des Turniers das Nachsehen; ein riesen Erfolg!

In den Einzelwettbewerben fehlte leider das nötige Losglück um etwas weiter zu kommen. 

Marian verlor in Runde zwei nach einer ganz starken Leistung gegen den späteren Europameister Lewandowski aus Polen mit 1:3, in derselben Runde musste Yannick ebenfalls gegen einen Polen, den topgesetzten Pawel Chmiel, die Segel streichen und auch Anka, die einen Kaltstart hatte nachdem sie im Mannschaftswettbewerb nicht zum Zuge kam, kam über die zweite Runde nicht hinaus. Lediglich Björn schaffte den Sprung unter die letzten 16.

Doch hier war dann auch leider für ihn Schluss. Etwas gehandicapt durch eine leichte Zerrung im Oberarm konnte er nicht an seine Leistungen vom Vortag anknüpfen und verlor mit 1:3 gegen einen Russen. Somit fand das Turnier für alle Teilnehmer der Uni Koblenz-Landau ein schnelleres Ende als wir uns erhofft hatten, doch die Mannschaftsmedaille konnte uns keiner mehr nehmen. Diese wurde uns dann am letzten Tag bei der Siegerehrung feierlich überreicht.

Da wir die einzige deutsche Medaille bei den Titelkämpfen errungen hatten, kam uns die besondere Ehre zu Teil, die deutsche Nationalflagge zu bei der Zeremonie zu präsentieren…ein unvergesslicher Moment als Krönung einer unvergesslichen Woche!!!


Siegerehrung

Dennis und Yannick

Marian beim Einmarsch

Zeitraum